Foto einer Holzbrücke in üppiger Vegetation
Praxis für Paar­therapie sowie Beratung und Coaching von Einzel­personen

Neu: Gruppen-Angebot „somatoforme Störungen“

„Somatoforme Störungen“ – Was heißt das?

Wenn Menschen seit längerer Zeit an körperlichen Beschwerden oder an langanhaltenden (chronischen) Schmerzen leiden, für die sich trotz – zum Teil intensiver – ärztlicher Untersuchungen keine körperliche Ursache finden lässt, dann spricht man im medizinischen Fachjargon von „somatoformen Störungen“.

Das Wort „somatoform“ leitet sich ab von soma (= griechisch: Körper) und forma (= lateinisch: Form, Aussehen, Gestalt). Im weiteren Sinne könnte die Übersetzung also lauten: „sich im Körper zeigend“.

Die Betroffenen leiden oft seit Jahren an diesen Beschwerden oder Schmerzen und haben in ihrer Not verschiedenste Ärzte aufgesucht und sich diversen Untersuchungen unterzogen. Das kommt manchmal fast einer „Odyssee“ durch Arztpraxen und Fachkrankenhäusern gleich.

Doch nach jeder (weiteren) Untersuchung lautet das Ergebnis: „Kein körperlicher Befund“. Im ersten Moment mag das vielleicht noch eine beruhigende Nachricht sein – wirft aber später meist die Frage auf: „Was ist es dann? – Das bilde ich mir doch nicht ein!“ Betroffene – und oft auch Ärzte – sind ratlos …

Manche befürchten oder haben auch schon die Erfahrung gemacht, als Simulant dazustehen, was zusätzliches Leid mit sich bringt.

Die Symptome (Krankheitsanzeichen) sind vielseitig. Es kann sich zum einen um (chronische) Schmerzen handeln, wie z. B.

  • Rückenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Brust- oder Herzschmerzen
oder auch um andere körperliche Beschwerden, wie z. B.
  • ständige Müdigkeit
  • Verdauungsbeschwerden, Reizmagen, Reizdarm
  • Herzrasen, Herzstolpern
  • Schwindel
  • Hautjucken
und vieles mehr.

Bis zu 12 % der Menschen in Deutschland leiden unter dieser Art von Beschwerden. In Arztpraxen und Allgemeinkrankenhäusern machen die Betroffenen einen Anteil von ca. 20 – 30 Prozent aller Patienten aus.

Zu den gewöhnlichen Anforderungen des Alltags – und des Lebens überhaupt –, kommen für diese Menschen zusätzliche Belastungen und Beeinträchtigungen hinzu:

Die Schmerzen bzw. körperlichen Beschwerden durchdringen viele Lebensbereiche und schränken die Leidtragenden oft in massiver Weise ein.

Das kann den Beruf betreffen, die Freizeitgestaltung und auch zwischenmenschliche Beziehungen. Aus Sorge oder Angst schonen sich viele. Sie hören auf Dinge zu tun, die zum bisherigen Leben dazugehört und die ihnen Freude bereitet haben. Eine weitere Folge kann sozialer Rückzug sein.

Die Beschwerden nehmen oft einen großen Raum ein und ziehen die Aufmerksamkeit der Betroffenen auf sich. Vieles im Alltag dieser Menschen dreht sich nur noch darum.

All das kann die Lebensqualität dieser Menschen extrem einschränken.


Das Angebot dieser Gruppe richtet sich an Betroffene, die in ihrem Leben etwas verändern möchten.

Mit anderen Menschen zusammenzutreffen, die eine ähnliche Bürde zu tragen haben, kann bereits eine sehr entlastende Erfahrung sein.
Es kann unheimlich erleichtern, wenn Betroffene merken, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine dastehen.

Wenn sie in einem geschützten Rahmen einfach frei erzählen können, wie es ihnen geht oder wie ihnen zumute ist - auch das kann helfen.
In der Gruppe kann und sollte ein Austausch auch darüber stattfinden, welche Dinge die Teilnehmer bereits ausprobiert haben, was geholfen hat und was unterstützend war.

Zusätzlich zu diesem Erfahrungsaustausch der Teilnehmer wird es jeweils einen theoretischen Input geben. Das kann z. B.

  • das Vermitteln von Hintergrundwissen sein,
  • das Aufzeigen neuer Wege und Möglichkeiten, anders als bisher mit den Beschwerden umzugehen oder
  • die Anregung zu Experimenten und Übungen, die sich förderlich auf die Gesundheit und das Wohlbefinden auswirken können.
Spielfiguren bilden einen Kreis

Ein grüner Farn an grauer Felswand

Es soll in dieser Gruppe neben dem Erfahrungsaustausch vor allem auch darum gehen, wie es gelingen kann, den Fokus weniger auf die Beschwerden oder Schmerzen zu lenken. Vielmehr soll der Blick darauf gerichtet werden, wo es im Leben Neues zu entdecken und zu erfahren gibt.

Es soll darum gehen, die Aufmerksamkeit und die Energie (wieder) auf Dinge zu lenken, die Spaß machen, die gut tun und die das persönliche Wohlbefinden steigern.
Ein wichtiger Schritt hierfür ist auch, sich im Alltag Inseln der Erholung und Entspannung zu schaffen.

Folgendes Zitat ist in einem medizinischen Fachbuch im Kapitel „somatoforme Störungen“ zu finden:

„Das geplante, regelmäßige Durchführen von angenehmen Aktivitäten, gerade trotz der körperlichen Symptomatik, erbringt häufig eine deutliche Besserung der Stimmung, der Lebenszufriedenheit und schließlich auch der Körpersymptome.“[1]

All das können wichtige Schritte sein auf einem neuen Weg - hin zu mehr Lebensqualität, Hoffnung und Zuversicht.

Bildlich gesprochen in etwa: Wie dieser Farn hier, der in einer Felsspalte einen Platz für sich geschaffen hat. Und der nun anfängt, zu wachsen und sich zu entwickeln…


Gruppenangebot „somatoforme Störungen“

Leitung der Gruppe:

Angelika Eberhardt

Ort:

in Karlsruhe; der genaue Ort wird noch bekanntgegeben

Zeit:

wöchentlich; voraussichtlich 18 bis 20 Uhr; der genaue Tag wird noch bekanntgegeben

geplanter Ablauf:

erster Teil: theoretischer Input seitens der Gruppenleiterin
zweiter Teil: Erfahrungsaustausch der Teilnehmer untereinander

Kosten:

ggf. ein geringer Kostenbeitrag, falls Mietkosten für den Gruppenraum anfallen

Hinweis:

Die Gruppe wird derzeit neu gegründet und findet ab 4 Teilnehmern statt.
Bei Interesse (oder Fragen) melden Sie sich bitte unter der E-Mail-Adresse:
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  1. [1] Klaus Lieb / Sabine Frauenknecht „Intensivkurs Psychiatrie und Psychotherapie“, 9. Auflage, S. 326